Die Barf Methode und weshalb heute der erste Sack Trockenfutter nach Jahren eingezogen ist

Lange habe ich nichts geschrieben und vielleicht hat der ein oder andere gedacht, dass ich nichts zu schreiben hätte, dem ist bei Leibe nicht so, nur fehlte mir einfach die Zeit. Aber heute brennt mir eine Änderung unter den Nägeln, nämlich die, das seit Jahren mal wieder der erste Sack Trockenfutter und dann noch der der Marke Royal Canin, bei uns Einzug gehalten hat. Wie komme ich nun dazu und was hat mich bewogen dem Hersteller erneut die seit Jahren verschlossene Tür zu öffnen... Letztendlich haben mich zwei Überlegungen dazu gebracht, die mit folgender Äüßerung begann. "Kerstin weißt du was , unsere Mia isst nur noch Tartar. Für alles andere ist sie zu verwöhnt." Mir blitzte der Gedanke auf, dass es aus verschiedenen Gründen nicht richtig sein kann, die eigene Katze nur noch mit feinstem, für den Menschen zum Verzehr gedachtem, Fleisch, zu füttern. Zum einen besteht Tartar nur aus reinem Muskelfleisch und es fehlen die für Katzen notwendigen Mikronährstoffe, allem voran das Taurin. Dieses ist hauptsächlich in Mäusen ;-) und Innereien enthalten sowie das Calcium welches sich hauptsächlich in Knorpel und Knochen oder auch im Euter befindet. Verzichtet man nun beim barfen konsequent auf diese Anteile hat dies mit Sicherheit gesundheitliche Konsequenzen zur Folge, die ich natürlich auch nicht für richtig halte. Also sehe ich mich in einem gewissen Dilemma, wenn es mir nicht gelingt meine neuen Katzeneltern auf richtige Weise für das Thema barfen zu sensibilisieren und sozusagen,dann dass Kinde mit dem Bade ausgeworfen wird. Der zweite Punkt der mich zum nachdenken und schließlich zur Bestellung getrieben hat, ist noch ein wenig umfangreicher zu erklären. In Deutschland leben zur Zeit knapp 14 Millionen Katzen sowie 9 Millionen Hunde. Mit dieser wahnsinnig hohen Anzahl an Haustieren geht meiner Meinung nach auch eine hohe Verantwortung einher. Was da heißt, der ökologische Fußabdruck den unsere Miezen hinterlassen ist gigantisch und umso höher, wenn wir sie mit Tartar füttern! Gregory Okin, Professor an der University of California, hat in einem erst vor kurzem erschienenen Artikel überschlagsweise ausgerechnet, dass die US-amerikanischen Hunde und Katzen 25 Prozent (ein Viertel!!!) der aus der Nutztierproduktion stammenden Kalorien verschlingen. Würden die amerikanischen Hunde und Katzen eine selbständige Nation bilden, so wäre diese der fünftgrößte Fleischkonsument weltweit. Wohl gemerkt, wir reden jetzt nur über alle US-Hunde und -Katzen. Professor Okin rechnet weiter aus (wieder nur für die USA), dass die Produktion dieser gewaltigen Menge von tierischen Nahrungsmitteln etwa 64 Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht, äquivalent zur ganzjährigen Bewegung von 12 Millionen Kraftfahrzeugen. Das sind Zahlen, die einem ganz schön Kopfschmerzen machen können, die man als Katzeneltern auch nicht einfach vom Tisch wischen sollte. Mein Fazit: Die barf Methode ist nach wie vor, in meinen Augen die beste und gesündeste Art der Fütterung unserer Miezen. Denn nur Sie als Besitzer bestimmen was Ihre Katze zu essen bekommt. Es ist aber dringend ratsam zumindest in einem gewissen Anteil auf sogenannte tierische Nebenprodukte zu denen auch Innereien, Sehnen, Knorpel etc. gehören, zurückzugreifen. Und wer das eben aus verschiedenen Gründen nicht kann, der greift dann halt mal zu einem Trockenfutter.

Bis bald, Ihre Kerstin & Petra Fuhrmann